Sóller im Überblick

Sóller, in den Bergen von Mallorca gelegen, gilt als die vielleicht schönste Stadt der Insel – nicht zu Unrecht, wie man bei einem Besuch schnell feststellen wird, denn von Tourismus ist hier zumindest in Hinblick auf Architektur und Infrastruktur nur wenig zu spüren: Alte, enge Gasse, kleine Häuser und etliche typisch spanische Geschäfte zeichnen die Stadt aus.

Welche Sehenswürdigkeiten Sie in Sóller unbedingt gesehen haben müssen und ob sich ein längerer Aufenthalt oder gar Urlaub dort lohnt, lesen Sie hier!

Port de Soller Foto

Schwierige, teure Anfahrt

Sóller liegt gut 25 Kilometer nördlich von Palma, in Mitten des großes Gebirgszuges im Norden der Insel, was bei der Anfahrt deutlich zu spüren ist: Grundsätzlich lässt sich die Strecke zwar mit dem Auto in gut einer halben Stunde bewältigen, allerdings muss dafür ein etwa drei Kilometer langer Tunnel passiert werden, was pro Fahrt in einem gewöhnlichen PKW derzeit 5,05 Euro an Mautgebühren kostet.

Einzige Alternative ist eine etwa 13 Kilometer lange Straße, die sich durch die Berge schlängelt: Die zahllosen engen Kurven lassen sich zum Teil nur im Schritttempo befahren und können den Passagieren auf den Magen schlagen, zudem „stehen“ auf der gesamten Strecke oft hunderte (!) Radfahrer im Weg herum, die auch auf den kurzen Geraden kein hohes Tempo zu lassen.

Hinzu kommt, dass die Straßen der Innenstadt von Sóller verdammt eng und Parkplätze absolute Mangelware sind, selbst in der Nebensaison. Mit anderen Worten: Die Anfahrt mit dem Auto bedeutet verdammt viel Stress.

Die beste Möglichkeit, den Ort zu erreichen, stellt daher die Tren des Sóller dar, ein Zug, der mehrmals am Tag zwischen Palma und Bergen hin- und herpendelt, toll aussieht, großartige Ausblicke bietet, aber nicht besonders günstig ist. Entspannt und billig wird es also nie.

Foto vom Strand in Soller

Empfehlenswerte Hotels in Palma:

Sehenswürdigkeiten

Das soll aber auch genug der Kritik und Warnung sein, denn der Ort an sich ist einen Besuch mehr als wert, auch weil Sóller etliche echte Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, wie man sie auf Mallorca nun nicht gerade im Überfluss findet.

Dazu zählt in erster Linie natürlich die sehr authentische Altstadt mit ihren kleinen Gassen und die individuellen Häuschen, denen man die bewegte Geschichte der Stadt ablesen kann: Teils typisch mallorquinisch, teils im Kolonialstil, aber auch arabische und französische Einflüsse sind den teilweise wirklich großartig erbauten und verzierten Gebäuden anzusehen. Hintergrund ist die recht bunte Bevölkerungszusammenstellung der Stadt, die einst unter anderem französische Flüchtlinge und Heimkehrer aus dem südamerikanischen und karibischen Raum mit ihrem Potential für den Anbau von Südfruchten anzog.

Damit aber genug der Geschichte, denn es gibt noch mehr Sehenswürdigkeiten: Die Kirche Sant Bartomeu zum Beispiel, die mit ihrer großartigen Fassade und detailverliebten Fenstern beeindruckt, aber auch der kleine, historische Bahnhof, an dem der schon erwähnte Zug ankommt und abfährt. Auch der Markt, das Museu Ca’n Prunera, ein Kunstmuseum, und die Botanischen Gärten sind einen Blick wert, auch wenn letztere es nicht mit den Jardines de Alfabia aufnehmen können.

Sóller als Urlaubsort?

Drei Kilometer entfernt vom eigentlichen Stadtzentrum und mit der Straßenband innerhalb weniger Minuten zu erreichen, befindet sich Port de Sóller inklusive einer kleinen Hafenbucht mit Strand, den typischen Strandgeschäften und natürlich unzähligen Booten und Yachten. Auch hier gibt es die ein oder andere kleine Sehenswürdigkeit – mehrere Kirchen, ein Meeresmuseum, alte Leucht- und Wachtürme -, vor allem aber stellt sich wahrscheinlich die Frage: Kann man hier auch einen Badeurlaub verbringen oder lohnt sich die Stadt nur für einen langen Tagesausflug?

Und diese Frage lässt sich nicht ganz leicht beantworten, denn auf der einen Seite wirken Sóller und sein Hafen wirklich schön, ruhig und authentisch, auf der anderen Seite sind die zwei Hauptstrände aber recht klein und aufgrund ihres groben Sandes bzw. Kieses nicht besonders schön. Darüber hinaus ist man hier natürlich schon recht weit ab vom Schuss, ein Tagesausflug nach Palma ist vielleicht noch drin, mehr wird aber aufgrund der bereits erwähnten Anfahrt recht aufwendig.

Auch ein nennenswertes Nachtleben gibt es nicht, weshalb der Ort nur denjenigen wirklich an Herz gelegt werden kann, die möglichst viel Ruhe suchen, auch wenn diese bei Tag aufgrund des hohen Besucheraufkommens in der Innenstadt und am Hafen nur bedingt zu finden ist.

Hotels SymbolbildWer dennoch in der Stadt übernachten will, kommt am besten in einem der zahlreichen kleinen Hotels wie etwa dem Hotel Salvia oder Hotel L’Avenida unter, die dem sympathischen, authentischen Charme der Stadt entsprechen. Bestes Essen gibt es – wenn auch nicht ganz preiswert – im Hotel Calbisbe, billiger, aber ebenfalls sehr empfehlenswert ist die Bar Sa Butigueta.

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