Nach Mallorca auswandern: Pro & Contra

Es gibt gute Gründe, die dafür und dagegen sprechen, nach Mallorca auszuwandern. Die offensichtlichen sind das gute Wetter auf der einen und die vermutlich fremde Sprache auf der anderen Seite, doch natürlich gibt es noch weitaus mehr Details zu durchdenken, denn der Umzug in ein anderes Land ist immer ein recht großer Schritt mit zahlreichen Konsequenzen und Veränderungen. Auf der anderen Seite ist es unter „normalen“ Bedingungen aber auch kein so großes Wagnis, wie manchmal suggeriert wird: Dank EU und den unendlichen Weiten des Internets ist es heute sogar leichter denn je, beispielsweise nach Mallorca zu ziehen. Lies hier die potentiellen positiven wie negativen Aspekte des Auswanderns!

Gründe gegen das Auswandern

Beginnen wir mit den möglichen Schattenseiten, aus dem einfachen Grund, das es angenehmer ist, mit den positiven Aspekten zu enden als mit den vermeintlichen Gefahren. Dennoch sollen diese natürlich nicht verschwiegen werden, also:

  • Reaktionen aus dem Umfeld: In ein anderes Land auszuwandern, stößt fast unweigerlich auch auf Kritik und Unverständnis aus dem persönlichen Umfeld – lässt man Teile seiner Familie und seinen Freundeskreis damit nicht im Stich? Waren sie etwa nicht gut genug, gibt es etwas, das zu Hause fehlte und das man nun woanders sucht? Es ist gut möglich, dass die Reaktionen beim Auswandern nach Mallorca noch etwas extremer ausfallen, als beim Umzug in andere Regionen, schließlich ist Mallorca doch das deutsche Sinnbild für Urlaub und Party. Zum Glück gibt es auch Menschen, die verständnisvoll reagieren und sich freuen, aber erwarte nicht, dass alle so sind!
  • Bedenken mit Kindern: Wenn Du nicht nur alleine oder mit einem Partner lebst, sondern auch Kinder hast, will das Auswandern wirklich sehr gut durchdacht und abgewogen sein, denn spätestens im Grundschulalter können Kinder sich damit schwer tun, aus ihrem Freundeskreis gerissen zu werden. Zudem gilt es zu überlegen, wie es mit der Ausbildung des Kindes weitergeht: Soll es eine spanische Schule besuchen oder eine teure deutsche Privatschule?
  • Die fremde Sprache: Wie viel Spanisch man tatsächlich sprechen muss, um auf Mallorca leben zu können, ist enorm von Beruf und Umfeld abhängig. In manchen Ecken der Insel gibt es so viele Auswanderer, dass man mehr Deutsch als Spanisch hört, in anderen ist das Gegenteil der Fall. Die anfänglichen Behördengänge lassen sich im Notfall auch mit Hilfe einer dritten Person absolvieren, doch in vielen Jobs sind Spanischkenntnisse Pflicht. Je nach persönlicher Situation, reichen für den Anfang allerdings auch ein paar Grundkenntnisse aus, die im Laufe der Zeit dann auf der Insel verbessert werden können.
  • Finanzielle Überlegungen: Wer dauerhaft auf Mallorca lebt, wird Resident, was bedeutet, dass er auch in Spanien Steuern und in der Regel die spanische Krankenversicherung nutzen muss. Das ist häufig nicht viel teurer als in Deutschland, mitunter sogar günstiger, es gibt aber auch Fälle, in denen höhere Kosten auf Auswanderer zukommen – wie etwa die schon zuvor erwähnte Privatschule. Wer nicht über große finanzielle Polster verfügt, sollte im Voraus unbedingt fachlichen Rat einholen!
  • Anpassen ist Pflicht: Deutsche verlangen von Ausländern gerne, dass sie sich doch bitte schön in die Gesellschaft integrieren und anpassen sollen, das Gleiche muss dann aber selbstredend auch für Deutsche selbst gelten, die im Ausland leben. Neben der Sprache gehört auch ein Anpassen an die heimischen Sitten dazu, wozu beispielsweise auch die Ernährung zählen sollte: Wer auf Mallorca überwiegend deutsche Marken kaufen und auf sein Körnerbrot und Milchprodukte nicht verzichten will, muss mit deutlich höheren Kosten rechnen. Man sollte nicht den Fehler machen, anzunehmen, Mallorca sei so Deutsch, dass hier fast alles wie zu Hause wäre. Das mag im Urlaub auf den ersten Blick mitunter so wirken, gilt aber nicht für das alltägliche Leben.

Palma Sehenswürdigkeiten Überblick

Empfehlenswerte Hotels in Palma:

Gründe für das Auswandern

Natürlich sind das zuvor Erwähnte nicht ausschließlich Aspekte gegen das Auswandern nach Mallorca, sondern in erster Linie Überlegungen, die es anzustellen und abzuwägen gilt, bevor Du Dich dafür oder dagegen entscheidest. Genauso gibt es aber selbstverständlich zahlreiche erfreuliche Seiten an der Insel und an einer Verlagerung des Lebensmittelpunkts auf selbige und um die soll es hier gehen.

  • Das bessere Wetter: Es mag profan, offensichtlich und nach einem Klischee klingen, aber selbstverständlich ist das bessere, wärmere und sonnigere Wetter einer der Hauptgründe, die dafür sprechen, Deutschland zu verlassen. Von März bis Oktober lässt es sich auf der Insel über weite Strecken bestens aushalten und auch im Winter wird es selten so kalt, dass man ohne Heizung ernsthaft frieren würde – auch wenn man die kalte Jahreszeit nicht unterschätzen sollte, denn auf den Bergen Mallorcas kommt es dann durchaus zu Schneefällen. Das angenehmere Wetter über weitere Strecken des Jahres wirkt sich jedoch auch auf Allgemeinbefinden und Gesundheit aus und ist daher ein wichtiger Aspekt.
  • Das bessere Essen: Essen mag zu einem gewissen Grade unter Geschmacksache fallen, doch nicht umsonst wird die so genannte Mittelmeerdiät oft lobenswert erwähnt. Die Mischung aus wirklich frischem Obst und Gemüse, gesundem Fisch und Fleisch sowie vergleichsweise wenig Getreide und Milchprodukten sorgt im Schnitt für eine bessere Gesundheit und ein längeres Leben. Zudem sind die Preise für Gemüse, Fleisch und Fisch wie fast überall in Südeuropa wesentlich besser als in Deutschland, wenn man überwiegend auf heimische Produkte zurückgreift. Ich zumindest kann ruhigen Gewissens behaupten, dass ich noch nie so gut und trotzdem günstig gegessen habe wie auf Mallorca!
  • Die Nähe zur „Heimat“: Ein Aspekt, der nicht übersehen werden sollte, wenn man noch Familie, Freunde und vielleicht auch berufliche Kontakte in Deutschland hat: Innerhalb von gut zwei Stunden lassen sich fast alle großen Städte in Deutschland erreichen – viel schneller ist man mit Auto oder Zug auch nicht, wenn man weiter in Deutschland wohnt. Natürlich gilt das nicht für Notfälle, weil zur reinen Flugzeit noch Wartezeiten hinzukommen und der Flug auch erstmal gebucht sein will, aber mit ein paar Tagen „Vorwarnung“ lässt sich fast jedes Ziel in der einstigen Heimat schnell und meistens auch recht billig erreichen.
  • Atmosphäre und Service: Dieser Aspekt mag noch stärker subjektiv gefärbt sein als die anderen, aber die freundlichere, persönlichere Atmosphäre beeindruckt mich auf Mallorca bis heute. Fast überall – selbst in der Bank! – duzt man sich und wenn beispielsweise ein Techniker von der Telefongesellschaft nach Hause kommt, um einen Internetanschluss zu legen, erhält man umgehend seine persönliche Telefonnummer, falls es in den nächsten Tagen Probleme geben sollte. In Deutschland würde man über eine Hotline in einem Call Center landen und unter Umständen Wochen auf eine Reaktion warten müssen, hier bieten zumindest die guten Firmen einen deutlich besseren Service.
  • Das Lebensgefühl: In Deutschland werden Tugenden wie Pünktlichkeit und Pflichterfüllung ganz groß geschrieben – das ist kein reines Klischee, sondern Fakt, und es mag durchaus seine positiven Seiten haben, aber es ist nicht jedermanns Sache, von acht bis siebzehn Uhr im Büro zu sitzen, Akten abzuarbeiten und dann nach Hause zu gehen, um sich vor die Glotze zu setzen und Krimis zu gucken. Okay, das ist jetzt doch ein Klischee, aber der Punkt ist: Wer nach Mallorca auswandert, lernt ein neues, ein anderes Lebensgefühl kennen, das unter gewissen Voraussetzungen wesentlich entspannter und angenehmer ist, ohne dass es in Faulheit abgleiten müsste. Äußere Faktoren wie Sonne, Meer, Natur und Ernährung finden hier mit persönlichen Einflüssen wie Freundlichkeit und Entspannung zusammen und erlauben ein Leben, das in Deutschland so zumindest nur schwierig zu führen ist. Das bedeutet nicht, dass es auf Mallorca so sein muss, auch hier kann man viele negative Erfahrungen machen – aber zumindest mir fällt es bisher leichter, die erfreulichen Seiten zu sehen und mein Leben positiv zu gestalten.

Das ist natürlich nur ein kleiner Überblick aller Aspekte, die sich im Detail von Person zu Person noch beliebig fortsetzen lassen. Als erster Denkansatz sollte es jedoch ausreichen – alles weitere liegt bei Dir selbst!

Share.