Cap de Formentor

Obwohl Mallorca naturgemäß viel Küste und noch dazu etliche Berge bietet, ist die Insel nicht unbedingt für ihre Ausblicke bekannt. Während Straßen wie der Highway 1 weltberühmt sind, wirken die „View Points“ auf den Balearen vergleichsweise belanglos.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Das Cap de Formentor, ganz im Norden Mallorcas in der Nähe von Alcúdia gelegen, das mit atemberaubenden Ausblicken auf Meer, Steilküste, Felsen und Insel aufwartet. Der Besuch hat allerdings seinen Preis – und der ist nicht finanzieller Natur. Alle Infos über das Cap de Formentor findest Du hier!

Ein Ausblick auf's Meer vom Kap

Die beschwerliche Anfahrt

Cap de Formentor, das zugleich den nördlichsten Punkt der Insel darstellt, liegt nur knapp dreißig Kilometer von Alcúdia entfernt, von Port de Pollença sind es sogar nur zwanzig Kilometer, und doch musst Du selbst von diesen Städten aus mindestens ein bis zwei Stunden Fahrzeit für eine Strecke (!) einrechnen, wenn Du dem Kap einen Besuch abstatten willst.

Grund dafür ist zum einen die äußerst kurvige Straße entlang von Bergen und Steilküste, zum anderen aber auch das enorme Verkehrsaufkommen: Selbst in der Nebensaison fahren Tag für Tag wahre Massen an Reisebussen und Radfahrern hier hinauf, oft genug aufgrund der Steigung sowie der spitzen Kurven im Schritttempo. Zugleich lassen die engen Straßen an vielen Stellen jedoch kein Überholen zu, so dass es nicht unüblich ist, mit zehn bis zwanzig Kilometer pro Stunde den Berg hinaufzuzuckeln.

Anders formuliert: Selbst wenn Du in Alcúdia deinen Urlaub verbringst, ist ein Besuch des Cap de Formentor trotz der Nähe im Grunde immer ein mitunter recht stressiger Tagesausflug, für den mindestens sechs Stunden Zeit eingeplant werden sollten!

Touristen am Kap

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Die großartigen Ausblicke

Nach dieser kleinen Warnung als erstes die Entwarnung: Ist das Kap die beschwerliche Anfahrt, den damit verbundenen Zeitaufwand und Stress wert? Für uns auf jeden Fall! Denn die Ausblicke aus bis zu knapp 400 Metern Höhe auf Meer, Steilküste und Umland sind schlichtweg großartig.

Schon der erste View Point, Mirador Punta la Nau, ist beeindruckend, doch mit zunehmender Fahrzeit wird es noch viel besser – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, denn bei Wolken, Regen und Nebel lohnt sich die Auffahrt kaum. Außerdem solltest Du zumindest in Frühling und Herbst auch eine dünne Jacke mitbringen, denn angesichts von Höhe und Wind kann es kühl werden.

Ebenfalls einen Besuch wert ist der Platja de Formentor, ein einstiger Privatstrand, der eine ruhige Alternative unter anderem zum Playa de Alcúdia darstellt. Von dort aus gibt es auch mehrere Anbieter von Bootsfahrten, so dass Du zumindest den Strand auch ohne den recht großen Aufwand einer Auto- oder Busfahrt erreichen kannst.

8.0 Sehr gut

Die Anfahrt zum Cap de Formentor und stellst selbst erfahrene Reisende vor allem auf eine echte Nervenprobe, denn im Schneckentempo hinter Bussen und Radfahrern festzuhängen, ist purer Stress. Doch die Ausblicke und Fotomotive machen das bei gutem Wetter schnell wieder wett, sofern man denn über die Besuchermassen - im wahrsten Sinne des Wortes - hinwegblicken kann.

  • Sehenswertes 9
  • Fotomotive 10
  • Erreichbarkeit 3
  • Preis-Leistung 10
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